
Automobilkaufleute sind Kaufleute. Neben Fahrzeugen und Kunden gehören deshalb auch Preise, Rabatte, Steuern und Kalkulation zum Beruf. In Einstellungstests kann das als Wirtschafts- oder Allgemeinwissensfrage auftauchen oder in Rechenaufgaben stecken. Einen einheitlichen Test gibt es nicht, jeder Betrieb legt Inhalt und Form selbst fest. Dieser Ratgeber erklärt die wichtigsten wirtschaftlichen Grundbegriffe einfach, mit selbst formulierten und nachgerechneten Beispielen. Wo es um Gesetze geht, nennen wir die Fundstelle.
Fit für deinen Einstellungstest?
Vier Aufgabentypen, die den meisten Bewerbern Probleme bereiten. Löse sie in Ruhe — die Lösungen siehst du erst, wenn du die Auswertung anzeigst.
Matrizen
Große Matrix vervollständigen
Welche Figur (A–H) vervollständigt die Matrix?
Zahlenreihen
Wechselreihe fortsetzen
Welche Zahl setzt die Reihe fort?
7 · 100 · 10 · 92 · 16 · 76 · 28 · ?
Räumliches Denken
Würfelnetz zuordnen
Welcher Würfel lässt sich aus dem abgebildeten Netz falten?
Textaufgabe
Mehrstufige Rechenaufgabe
Ein Wasserbehälter wird von Pumpe A allein in 6 Stunden gefüllt, von Pumpe B allein in 4 Stunden. Beide starten gleichzeitig. Nach 1,5 Stunden fällt Pumpe A aus, Pumpe B läuft weiter. Wie lange dauert es insgesamt, bis der Behälter voll ist?
0 von 4 Aufgaben beantwortet
Das Wichtigste in Kürze
- Ein Rabatt ist ein Preisnachlass, ein Skonto ein Nachlass für schnelle Zahlung.
- Die Umsatzsteuer beträgt im Regelfall 19 Prozent. Netto mal 1,19 ergibt brutto.
- In der Kalkulation kommt auf die Kosten ein Aufschlag, damit ein Gewinn bleibt.
- Die Ausbildung zum Automobilkaufmann dauert drei Jahre und umfasst neben dem Fahrzeughandel auch Teile, Service, Marketing, Personal und kaufmännische Steuerung.
- Für den Test helfen dir vor allem Grundbegriffe und sichere Prozentrechnung.
Rabatt und Skonto
Beide senken den Preis, aber aus unterschiedlichen Gründen.
Rabatt: Nach einer Erklärung der IHK Frankfurt am Main ist ein Rabatt eine Preisermäßigung, die ein Unternehmer einem Kunden gewährt. Im Autohaus kann das zum Beispiel ein Nachlass auf den Listenpreis sein.
Skonto: Nach einer Erklärung der IHK Düsseldorf ist ein Skonto ein Preisnachlass für kurze Zahlungsziele. Wer eine Rechnung schnell bezahlt, darf einen kleinen Prozentsatz abziehen.
Ein selbst formuliertes Beispiel: Eine Rechnung über 2.000 Euro gewährt 2 Prozent Skonto bei Zahlung innerhalb von zehn Tagen. Wer rechtzeitig zahlt, überweist 1.960 Euro.
Kommen Rabatt und Skonto zusammen, wird nacheinander gerechnet: Erst 3 Prozent Rabatt auf 2.000 Euro ergibt 1.940 Euro, dann 2 Prozent Skonto darauf ergibt 1.901,20 Euro. Die Prozentsätze werden nicht einfach addiert.
Umsatzsteuer: netto und brutto
Nach § 12 Abs. 1 des Umsatzsteuergesetzes beträgt die Steuer für steuerpflichtige Umsätze im Regelfall 19 Prozent. Daneben gibt es einen ermäßigten Satz für bestimmte Umsätze.
- Von netto zu brutto: Netto mal 1,19.
- Von brutto zu netto: Brutto geteilt durch 1,19.
Beispiel: Ein Fahrzeug kostet 18.000 Euro brutto. Netto sind das 18.000 geteilt durch 1,19, also rund 15.126,05 Euro. Die enthaltene Umsatzsteuer beträgt rund 2.873,95 Euro.
Eine typische Falle: 19 Prozent von 18.000 Euro abzuziehen, ergibt nicht den Nettopreis. Die 19 Prozent beziehen sich auf den Nettobetrag, nicht auf den Bruttobetrag.
Kalkulation: Einkauf, Aufschlag, Verkauf
Ein Händler muss mehr einnehmen, als er ausgibt. In der einfachsten Form der Kalkulation kommt auf den Einkaufspreis ein prozentualer Aufschlag.
Beispiel: Ein Gebrauchtwagen wird für 12.000 Euro angekauft. Mit 25 Prozent Aufschlag ergibt sich ein Verkaufspreis von 15.000 Euro.
Achte auf die Bezugsgröße. Der Aufschlag von 25 Prozent bezieht sich auf den Einkaufspreis. Bezogen auf den Verkaufspreis macht die Differenz von 3.000 Euro nur 20 Prozent aus. In der Praxis fließen in eine Kalkulation weitere Kosten ein, etwa für Aufbereitung, Garantie oder Personal.
Umsatz, Kosten und Gewinn
Drei Begriffe, die oft verwechselt werden:
- Umsatz ist das, was ein Betrieb mit seinen Verkäufen einnimmt, also Menge mal Preis.
- Kosten sind alles, was der Betrieb dafür ausgibt, etwa Einkauf, Löhne, Miete und Energie.
- Gewinn ist, was nach Abzug der Kosten vom Umsatz übrig bleibt.
Ein selbst formuliertes Beispiel: Ein Autohaus verkauft in einem Monat acht Gebrauchtwagen zu je 15.000 Euro. Der Umsatz beträgt 120.000 Euro. Der Einkauf hat 8 mal 12.000 Euro gekostet, dazu kommen 9.000 Euro für Aufbereitung, Personal und Miete. Die Kosten liegen bei 105.000 Euro, der Gewinn bei 15.000 Euro. Bezogen auf den Umsatz sind das 12,5 Prozent.
Ein hoher Umsatz bedeutet also nicht automatisch einen hohen Gewinn. Diese Unterscheidung solltest du sicher erklären können, im Test genauso wie im Gespräch.
Was die Ausbildung kaufmännisch umfasst
Die Automobilkaufleuteausbildungsverordnung von 2017 legt fest, was du in der Ausbildung lernst. Sie dauert drei Jahre (§ 2). Zu den berufsprofilgebenden Inhalten gehören unter anderem:
- Teile und Zubehör organisieren und verkaufen
- an Werkstattprozessen mitwirken
- Kundendienst organisieren und den Servicebereich unterstützen
- betriebliche Marketingaktivitäten
- Fahrzeughandel und -vertrieb unterstützen
- Finanzdienstleistungsprodukte im Fahrzeughandel vorbereiten
- personalbezogene Aufgaben
- kaufmännische Steuerung und Kontrolle
Die Verordnung zeigt, welche kaufmännischen Aufgaben im Beruf anfallen. Was dein Betrieb im Test voraussetzt, legt er selbst fest.
So bereitest du dich vor
- Prozentrechnung sicher beherrschen: Rabatt, Skonto, Umsatzsteuer und Aufschlag sind alles Prozentaufgaben.
- Bezugsgröße prüfen: Frag dich bei jeder Aufgabe, worauf sich der Prozentsatz bezieht.
- Begriffe erklären üben: Rabatt, Skonto, netto, brutto, Kalkulation, Gewinn in je einem Satz.
- Nachrichten verfolgen: Wirtschaftsnachrichten helfen auch beim Allgemeinwissen.
Mehr Rechenaufgaben stehen im Ratgeber Rechnen im Einstellungstest Automobilkaufmann, Begriffe rund um Fahrzeugpapiere und Leasing im Ratgeber Fachwissen Autohaus.
Passende Vorbereitung bei TestBooster
Der Automobilkaufleute Einstellungstest von TestBooster enthält schon ab Basis den Fachblock Wirtschaft und kaufmännische Praxis mit Aufgaben zu wirtschaftlichen Entscheidungen im Betrieb, Zahlungsverkehr und Bankgrundlagen, Warenfluss und Kalkulation, Versicherungen sowie Rechnungswesen und Kennzahlen. Dazu kommen der Bereich Rechnen und Daten mit Prozent- und Zinsrechnung und der Fachblock Autohaus und Kundenkontakt. Wissen aus der Ausbildung wird nicht vorausgesetzt. Alle Aufgaben haben erklärte Lösungen. Du zahlst einmal, ohne Abo, und hast lebenslangen Zugang. Simulationen sind nicht enthalten. Es sind eigene Übungsaufgaben, keine Aufgaben eines Unternehmens oder Herstellers. Eine Zusage über dein Testergebnis gibt es nicht. Mehr findest du auf der Seite zum Automobilkaufleute Einstellungstest.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Rabatt und Skonto? Ein Rabatt ist ein Preisnachlass. Ein Skonto ist ein Nachlass dafür, dass eine Rechnung schnell bezahlt wird.
Wie rechne ich von brutto auf netto? Brutto geteilt durch 1,19, beim Regelsatz von 19 Prozent Umsatzsteuer.
Darf ich Rabatt und Skonto addieren? Nein. Rechne nacheinander: erst den Rabatt abziehen, dann vom neuen Betrag das Skonto.
Was bedeutet Kalkulation? Die Berechnung des Verkaufspreises aus Einkaufspreis, Kosten und einem Aufschlag für den Gewinn.
Muss ich Rechnungswesen schon können? Rechnungswesen lernst du in der Ausbildung. Für die Vorbereitung helfen dir Grundbegriffe und sichere Prozentrechnung.
TestBooster ist ein unabhängiger Anbieter und steht in keiner Verbindung zu Autohäusern, Herstellern, Industrie- und Handelskammern oder Behörden. Die Angaben ersetzen keine Steuer- oder Rechtsberatung. Die Aufgaben sind eigene Übungsaufgaben.