
Kaufleute im Gesundheitswesen rechnen viel: Rechnungen, Belegung, Material, Dienstzeiten. Kliniken nennen in ihren Ausbildungsflyern ausdrücklich gute Mathematikkenntnisse als Voraussetzung. Wie der Rechenteil eines Einstellungstests genau aussieht, legt jeder Betrieb selbst fest, und öffentlich beschrieben ist er kaum. Dieser Ratgeber zeigt dir deshalb die Rechenarten, die in kaufmännischen Einstellungstests typisch sind, mit Beispielen aus Klinik und Praxis. Alle Beispiele sind selbst formuliert und nachgerechnet. Sie zeigen Übungsfelder, keine bestätigten Testaufgaben.
Fit für deinen Einstellungstest?
Vier Aufgabentypen, die den meisten Bewerbern Probleme bereiten. Löse sie in Ruhe — die Lösungen siehst du erst, wenn du die Auswertung anzeigst.
Matrizen
Große Matrix vervollständigen
Welche Figur (A–H) vervollständigt die Matrix?
Zahlenreihen
Wechselreihe fortsetzen
Welche Zahl setzt die Reihe fort?
7 · 100 · 10 · 92 · 16 · 76 · 28 · ?
Räumliches Denken
Würfelnetz zuordnen
Welcher Würfel lässt sich aus dem abgebildeten Netz falten?
Textaufgabe
Mehrstufige Rechenaufgabe
Ein Wasserbehälter wird von Pumpe A allein in 6 Stunden gefüllt, von Pumpe B allein in 4 Stunden. Beide starten gleichzeitig. Nach 1,5 Stunden fällt Pumpe A aus, Pumpe B läuft weiter. Wie lange dauert es insgesamt, bis der Behälter voll ist?
0 von 4 Aufgaben beantwortet
Das Wichtigste in Kürze
- Kliniken in Köln und bei Sana nennen gute Mathematikkenntnisse als Voraussetzung für die Ausbildung.
- Typisch für kaufmännische Tests sind Prozent, Dreisatz, Brüche, Maße und kaufmännisches Rechnen.
- Im Gesundheitswesen kommen Rechnungen mit Umsatzsteuer, Belegung, Verweildauer und Dienstzeiten als Übungsfelder dazu.
- Ob du einen Taschenrechner nutzen darfst, ist nicht veröffentlicht. Übe deshalb auch ohne.
- Wer die Grundwerkzeuge sicher beherrscht, kann fast jede Aufgabe in Teilschritte zerlegen.
Welche Rechenarten typisch sind
Für kaufmännische Einstellungstests gelten diese Bausteine als typisch:
- Grundrechenarten und Brüche: Kopfrechnen, Kürzen, Erweitern.
- Dreisatz: von einer Menge auf eine andere schließen.
- Prozentrechnung: Anteile, Aufschläge, Nachlässe, Veränderungen.
- Kaufmännisches Rechnen: Umsatzsteuer, Rabatt, Kalkulation.
- Maße und Zeiten: Einheiten umrechnen, Stunden und Minuten.
- Tabellen und Diagramme: Werte ablesen und vergleichen.
Für Kliniken selbst ist der Inhalt nicht veröffentlicht. Die folgenden Beispiele übertragen die Rechenarten auf Situationen aus dem Gesundheitswesen.
Umsatzsteuer: brutto und netto
Rechnungen enthalten oft Umsatzsteuer. Der Regelsatz beträgt nach dem Umsatzsteuergesetz 19 Prozent. Viele medizinische Leistungen sind von der Umsatzsteuer befreit, für Einkäufe wie Büromaterial gilt sie aber.
Beispiel: Eine Rechnung über Büromaterial lautet auf 480 Euro brutto. Wie hoch ist der Nettobetrag?
- Brutto geteilt durch 1,19: 480 durch 1,19 ergibt rund 403,36 Euro.
- Die Umsatzsteuer beträgt rund 76,64 Euro.
Typischer Fehler: 19 Prozent von 480 Euro abziehen. Das ergibt nicht den Nettobetrag, weil sich die 19 Prozent auf den Nettobetrag beziehen.
Belegung und Verweildauer
In der Klinikverwaltung spielen Kennzahlen zur Belegung eine Rolle. Drei einfache Übungsbeispiele:
Auslastung: Eine Station hat 220 Betten, 180 davon sind belegt. Wie hoch ist die Auslastung? 180 geteilt durch 220 ergibt rund 81,8 Prozent.
Verweildauer: In einem Monat wurden 210 Patientinnen und Patienten entlassen. Zusammen waren sie 1.260 Tage in der Klinik. Wie lange war jemand im Durchschnitt da? 1.260 geteilt durch 210 ergibt 6 Tage.
Tagessatz: Ein Zimmer wird mit 118,50 Euro je Tag abgerechnet. Wie hoch ist die Rechnung für 7 Tage? 118,50 mal 7 ergibt 829,50 Euro. Tipp für den Kopf: 7 mal 100 sind 700, 7 mal 18,50 sind 129,50, zusammen 829,50.
Solche Aufgaben prüfen vor allem, ob du erkennst, was durch was geteilt wird. Schreib dir die Bezugsgröße vor dem Rechnen auf.
Dreisatz und Material
Auch beim Einkauf wird gerechnet. Beispiel: Eine Station braucht in 30 Tagen 3.600 Einmalhandschuhe. Wie viele braucht sie in 7 Tagen?
- Pro Tag: 3.600 geteilt durch 30 sind 120.
- In 7 Tagen: 120 mal 7 sind 840.
Eine einfache Mengenrechnung: Eine Verwaltungskraft bearbeitet 45 Abrechnungen pro Tag. Wie viele schafft sie in 12 Arbeitstagen? 45 mal 12 ergibt 540.
Und eine Prozentveränderung: Im Vorjahr hatte eine Praxis 1.050 Behandlungsfälle im Quartal, in diesem Jahr 1.134. Um wie viel Prozent ist die Zahl gestiegen? Die Differenz von 84 geteilt durch 1.050 ergibt 8 Prozent.
Zeiten und Dienstpläne
Gesundheitseinrichtungen arbeiten oft im Schichtdienst. Zeitaufgaben sind deshalb ein gutes Übungsfeld.
Beispiel: Eine Schicht dauert von 6:00 bis 14:15 Uhr, davon 30 Minuten Pause. Wie lange wird gearbeitet? Von 6:00 bis 14:15 sind 8 Stunden und 15 Minuten. Ohne Pause bleiben 7 Stunden und 45 Minuten, also 7,75 Stunden.
Typische Falle: 7 Stunden und 45 Minuten als 7,45 Stunden schreiben. 45 Minuten sind eine dreiviertel Stunde, also 0,75.
So bereitest du dich vor
- Grundlagen festigen: Prozent, Dreisatz und Brüche täglich in kurzen Einheiten üben.
- Bezugsgröße prüfen: Worauf bezieht sich der Prozentsatz, was wird durch was geteilt?
- Ohne Taschenrechner üben: Ob er erlaubt ist, ist nicht bekannt. Kopfrechnen hilft in jedem Fall.
- Überschlagen: Schätze das Ergebnis vorher grob, dann fallen Rechenfehler auf.
- Zeiten umrechnen: Minuten in Dezimalstunden und zurück sicher beherrschen.
Den möglichen Ablauf des ganzen Tests beschreibt der Ratgeber Kaufmann im Gesundheitswesen: Einstellungstest und Ablauf.
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Häufige Fragen
Welche Rechenaufgaben kommen im Einstellungstest vor? Das legt jeder Betrieb selbst fest und ist kaum veröffentlicht. Typisch für kaufmännische Tests sind Prozent, Dreisatz, Brüche, Maße und kaufmännisches Rechnen.
Brauche ich einen Taschenrechner? Ob er erlaubt ist, ist nicht veröffentlicht. Übe deshalb auch ohne.
Wie rechne ich von brutto auf netto? Brutto geteilt durch 1,19, beim Regelsatz von 19 Prozent Umsatzsteuer.
Muss ich Klinik-Kennzahlen kennen? Für den Test ist das nicht belegt. Einfache Kennzahlen wie Auslastung oder Verweildauer sind aber gute Übungsbeispiele für Prozent und Durchschnitt.
Wie übe ich am besten? Täglich ein paar Minuten, mit steigendem Tempo und ohne Taschenrechner. Kontrolliere jedes Ergebnis mit einer Überschlagsrechnung.
TestBooster ist ein unabhängiger Anbieter und steht in keiner Verbindung zu Kliniken, Krankenkassen, Praxen oder Pflegeeinrichtungen. Die Aufgaben sind eigene Übungsaufgaben.