
Servicekaufmann im Luftverkehr und Luftverkehrskaufmann klingen ähnlich, sind aber zwei eigene Ausbildungsberufe. Beide haben seit 2017 eine neue Ausbildungsverordnung und bilden laut Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) eine Berufsgruppe, bleiben aber eigenständig. Wer sich bewirbt, sollte den Unterschied kennen: Der eine Beruf arbeitet nah am Passagier, der andere eher im kaufmännischen Hintergrund. Dieser Ratgeber vergleicht beide Berufe anhand der Verordnungen und der BIBB-Angaben und zeigt, was das für Test und Bewerbung heißt.
Fit für deinen Einstellungstest?
Vier Aufgabentypen, die den meisten Bewerbern Probleme bereiten. Löse sie in Ruhe — die Lösungen siehst du erst, wenn du die Auswertung anzeigst.
Matrizen
Große Matrix vervollständigen
Welche Figur (A–H) vervollständigt die Matrix?
Zahlenreihen
Wechselreihe fortsetzen
Welche Zahl setzt die Reihe fort?
7 · 100 · 10 · 92 · 16 · 76 · 28 · ?
Räumliches Denken
Würfelnetz zuordnen
Welcher Würfel lässt sich aus dem abgebildeten Netz falten?
Textaufgabe
Mehrstufige Rechenaufgabe
Ein Wasserbehälter wird von Pumpe A allein in 6 Stunden gefüllt, von Pumpe B allein in 4 Stunden. Beide starten gleichzeitig. Nach 1,5 Stunden fällt Pumpe A aus, Pumpe B läuft weiter. Wie lange dauert es insgesamt, bis der Behälter voll ist?
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Das Wichtigste in Kürze
- Beide Berufe sind staatlich anerkannt, die Ausbildung dauert jeweils drei Jahre.
- Die aktuellen Ausbildungsverordnungen gelten seit dem 1. August 2017.
- Servicekaufleute arbeiten vor allem mit Passagieren: Abfertigung, Verkauf, Erstattungen, Gepäckermittlung.
- Luftverkehrskaufleute arbeiten im kaufmännischen Hintergrund: Einkauf, Vertrieb, Controlling, Personal, Terminalprozesse und Luftfracht.
- 2024 gab es laut Statistischem Bundesamt 81 neue Verträge für Servicekaufleute und 45 für Luftverkehrskaufleute.
Zwei Berufe mit eigenem Namen
Die amtlichen Namen lauten „Servicekaufmann im Luftverkehr“ und „Servicekauffrau im Luftverkehr“ sowie „Luftverkehrskaufmann“ und „Luftverkehrskauffrau“. Bezeichnungen wie „Kaufmann für Luftverkehr“ sind keine Berufsnamen, sondern Umgangssprache.
Beide Berufe haben eine lange Geschichte. Luftverkehrskaufleute sind seit einem Erlass von 1960 staatlich anerkannt, für Servicekaufleute im Luftverkehr gibt es seit 1998 eine Ausbildungsordnung. 2017 wurden beide neu geordnet. Die Verordnungen vom 29. März 2017 traten am 1. August 2017 in Kraft.
Servicekaufleute im Luftverkehr
Laut BIBB beraten Servicekaufleute Kunden, ermitteln Flugpreise, verkaufen Flugscheine oder schreiben sie um, nehmen Erstattungen vor und bieten Zusatzleistungen an.
Die Ausbildungsverordnung nennt unter anderem diese Inhalte:
- Passagierabfertigungsprozesse durchführen
- Flugzeugabfertigungsprozesse koordinieren
- Gepäckermittlung durchführen und Kunden betreuen
- Dienstleistungen anbieten und verkaufen
- Marketingmaßnahmen durchführen
- kaufmännische Steuerung und Kontrolle unterstützen
Luftverkehrskaufleute
Luftverkehrskaufleute übernehmen laut BIBB das kaufmännische Backoffice, etwa Controlling, Marketing, Vertrieb, Einkauf und Personal, dazu die Steuerung rund um die Terminalprozesse.
Die Ausbildungsverordnung nennt unter anderem:
- Einkaufsprozesse durchführen
- personalwirtschaftliche Prozesse gestalten
- Terminalprozesse gestalten und Abfertigungsprozesse steuern
- kaufmännische Steuerung und Kontrolle durchführen
- Marketingmaßnahmen planen, durchführen und bewerten
- Vertriebsprozesse gestalten
- Prozesse der Luftfrachtabfertigung vorbereiten, koordinieren und überwachen
Auch die Prüfung unterscheidet sich: Für Luftverkehrskaufleute gibt es laut BIBB seit 2017 die gestreckte Abschlussprüfung, Servicekaufleute haben weiter eine Zwischen- und eine Abschlussprüfung.
Im Vergleich
| Servicekaufleute im Luftverkehr | Luftverkehrskaufleute | |
|---|---|---|
| Schwerpunkt | Kundenkontakt, Abfertigung | kaufmännisches Backoffice |
| Typische Inhalte | Verkauf, Erstattungen, Gepäckermittlung | Einkauf, Vertrieb, Controlling, Luftfracht |
| Neue Verträge 2024 | 81 | 45 |
| Davon mit Abitur oder Fachhochschulreife | 48 | 33 |
| Ausbildungsdauer | drei Jahre | drei Jahre |
Die Vertragszahlen stammen aus der Berufsbildungsstatistik des Statistischen Bundesamts. Sie sind dort auf Vielfache von drei gerundet.
Bei den Servicekaufleuten ist die Vorbildung gemischter: 27 der 81 neuen Azubis hatten 2024 einen Realschulabschluss. Die BIBB-Untersuchung berichtete schon 2014, dass manche Betriebe im Service ausdrücklich auch Bewerberinnen und Bewerber ohne Abitur einstellen. Bei den Luftverkehrskaufleuten hatten 33 von 45 Abitur oder Fachhochschulreife.
Englisch spielt in beiden Berufen eine Rolle. Beide Verordnungen verlangen in der Prüfung, die englische Sprache situations- und berufsbezogen anzuwenden. Das BIBB beschreibt Englischkenntnisse für beide Ausbildungen als zentral und nennt für beide eine stärkere Betonung der Luftsicherheit.
Was das für Test und Bewerbung bedeutet
Beide Berufe werden laut BIBB-Untersuchung (2014) unter anderem bei Fluggesellschaften, Flughafenbetreibern und Abfertigungsgesellschaften ausgebildet. Nicht jeder Betrieb bietet aber beide an. Fraport etwa sucht für 2027 Luftverkehrskaufleute, Servicekaufleute stehen dort derzeit nicht auf der Liste.
Ob sich die Einstellungstests der beiden Berufe unterscheiden, ist nicht veröffentlicht. Die Grundlagen wie Rechnen, Deutsch, Logik und Englisch sind für beide sinnvoll. Für Servicekaufleute passen zusätzlich Aufgaben zu Tarifen, Gepäck und Kundengesprächen, für Luftverkehrskaufleute Aufgaben zu Einkauf, Vertrieb und Kennzahlen. Wie der Test ablaufen kann, steht im Ratgeber Einstellungstest Luftverkehr: Ablauf und Aufbau.
So findest du den passenden Beruf
- Magst du direkten Kundenkontakt? Dann passt Servicekaufmann eher.
- Arbeitest du lieber mit Zahlen, Planung und Abläufen im Hintergrund? Dann passt Luftverkehrskaufmann eher.
- Kannst du dir Schichtdienst vorstellen? Die BIBB-Untersuchung von 2014 beschreibt, dass Luftverkehrskaufleute wie spätere Fachkräfte auch im Schichtbetrieb eingesetzt und ausgebildet werden.
- Informiere dich vor Ort: Ein Praktikum oder ein Tag der offenen Tür zeigt dir den Alltag.
Mehr zu Voraussetzungen und Betrieben steht im Ratgeber Ausbildung im Luftverkehr: Bewerbung und Voraussetzungen.
Passende Vorbereitung bei TestBooster
Der Einstellungstest Luftverkehr von TestBooster passt für beide Berufe. Ab Basis trainierst du Rechnen, Sprache, Logik, Aufmerksamkeit und Allgemeinwissen. Der Block Flugreise und Abfertigung liegt näher am Service, der Block Luftverkehrswirtschaft näher an Einkauf, Vertrieb und Kennzahlen, dazu kommt Kundenservice. Alle Aufgaben haben erklärte Lösungen. Du zahlst einmal, ohne Abo, und hast lebenslangen Zugang. Simulationen sind nicht enthalten. Es sind eigene Übungsaufgaben, keine Aufgaben eines Betriebs. Eine Zusage über dein Testergebnis gibt es nicht. Mehr findest du auf der Seite zum Einstellungstest Luftverkehr.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Servicekaufmann im Luftverkehr und Luftverkehrskaufmann? Servicekaufleute arbeiten vor allem mit Passagieren, Luftverkehrskaufleute im kaufmännischen Hintergrund wie Einkauf, Vertrieb und Controlling.
Wo arbeiten beide? Laut BIBB-Untersuchung (2014) unter anderem bei Fluggesellschaften, Flughafenbetreibern und Abfertigungsgesellschaften.
Brauche ich für beide denselben Test? Das legt jeder Betrieb fest. Ob sich die Tests unterscheiden, ist nicht veröffentlicht. Die Grundlagen sind für beide gleich sinnvoll.
Welcher Beruf passt zu mir? Wer gern mit Menschen arbeitet, ist im Service richtig. Wer lieber plant und rechnet, eher im Backoffice.
Gilt der Kurs für beide? Ja. Der Kurs deckt beide Ausbildungen ab, mit je einem passenden Fachblock.
TestBooster ist ein unabhängiger Anbieter und steht in keiner Verbindung zu Fluggesellschaften, Flughäfen oder Abfertigungsgesellschaften. Die Aufgaben sind eigene Übungsaufgaben.