
Die Eignungsfeststellung in Sachsen-Anhalt gehört zur ergänzten Schullaufbahnberatung nach der Grundschule. Für den aktuellen Durchgang geht es vor allem darum, das bereits begonnene Verfahren richtig einzuordnen. Der Kurs Eignungsfeststellung Sachsen-Anhalt bietet Übungen zu Lesen, Rechtschreiben, Sprache und Mathematik. Er unterstützt das Lernen mit verständlichen Aufgaben; eine schulische Empfehlung lässt sich daraus nicht berechnen.
Die amtlichen Unterlagen des Landes unterscheiden das Beratungs- und Verfahrensjahr 2026/27 von der anschließenden Aufnahme 2027/28. Schriftliche Aufgaben, mündlicher Unterricht und Rückmeldungen bilden unterschiedliche Schritte. Dieser Ratgeber erklärt den Ablauf und ergänzt ihn um Übungssituationen für Familien. Weitergehende Rechtsfolgen aus den zugrunde liegenden Erlassen stellen wir nicht als gesicherte Regeln dar. Für die persönliche Teilnahme bleibt die Kommunikation mit Grundschule und zuständigem Standort entscheidend.
Fit für deinen Einstellungstest?
Vier Aufgabentypen, die den meisten Bewerbern Probleme bereiten. Löse sie in Ruhe — die Lösungen siehst du erst, wenn du die Auswertung anzeigst.
Matrizen
Große Matrix vervollständigen
Welche Figur (A–H) vervollständigt die Matrix?
Zahlenreihen
Wechselreihe fortsetzen
Welche Zahl setzt die Reihe fort?
7 · 100 · 10 · 92 · 16 · 76 · 28 · ?
Räumliches Denken
Würfelnetz zuordnen
Welcher Würfel lässt sich aus dem abgebildeten Netz falten?
Textaufgabe
Mehrstufige Rechenaufgabe
Ein Wasserbehälter wird von Pumpe A allein in 6 Stunden gefüllt, von Pumpe B allein in 4 Stunden. Beide starten gleichzeitig. Nach 1,5 Stunden fällt Pumpe A aus, Pumpe B läuft weiter. Wie lange dauert es insgesamt, bis der Behälter voll ist?
0 von 4 Aufgaben beantwortet
Zwei Schuljahre unterscheiden, bevor ihr Termine übertragt
Der LISA-Flyer zur Schullaufbahnberatung trägt die Angabe „Schuljahr 2026/27“. Bei den Rechtsgrundlagen nennt er den Terminplan zur Aufnahme an weiterführenden Schulen im Schuljahr 2027/28. Die Beratung und Eignungsfeststellung laufen somit vor der anschließenden Aufnahme. Das Datum auf einem Aufgabenblatt darf nicht ohne diesen Zusammenhang als Jahr des Schulwechsels gelesen werden.
Der Bildungsserver zur Aufnahme an weiterführenden Schulen nennt die aktuellen schriftlichen Termine: Deutsch am 29. September 2026 und Mathematik am 1. Oktober 2026. Beide Termine sind bereits vergangen. Für den mündlichen Teil nennt die Seite den 7. November 2026; dieser Termin steht noch bevor.
Legt für eure Unterlagen eine eindeutige Beschriftung fest, etwa „Verfahren 2026/27, anschließender Schulwechsel 2027/28“. Darunter sammelt ihr die Schreiben eurer Schule. Eine ältere Aufgabenveröffentlichung kann für die fachliche Orientierung nützlich sein, enthält aber keine automatisch gültigen Termine für diesen Durchgang. Bei späteren Jahren prüft ihr die neu veröffentlichte Fassung, statt das Novemberdatum ohne Jahreszahl weiterzuverwenden.
Vorläufige Empfehlung und rechtzeitige Anmeldung zuordnen
Laut Flyer ist ein Eignungsfeststellungsverfahren vorgesehen, wenn der Wunsch der Personensorgeberechtigten von der vorläufigen Empfehlung der Grundschule abweicht. Eine Teilnahme ist darüber hinaus möglich. Zugleich verlangt der Flyer eine fristgerechte Anmeldung durch die Personensorgeberechtigten bis zum 18. September 2026. Auch diese Frist ist verstrichen und keine noch offene Anmeldungsmöglichkeit.
Familien, die bereits angemeldet sind, prüfen nun ihre tatsächlichen schulischen Nachrichten. Ist die Teilnahme schriftlich bestätigt? Welche Informationen zum weiteren Ablauf wurden übermittelt? Wer ist die Kontaktperson? Wenn ein Punkt unklar bleibt, schildert der Grundschule euren konkreten Fall. Aus dem allgemeinen Flyer folgt keine selbst ausgestellte Teilnahmebestätigung.
Falls die Anmeldung nicht erfolgt ist, sollte das Kind keine vermeintlich sichere Nachmeldung versprochen bekommen. Eine allgemeine Regel dafür ist nicht bekannt. Klärt die Situation mit der zuständigen Schule und fragt nach dem tatsächlichen nächsten Beratungsweg. Fachliches Üben kann unabhängig davon hilfreich bleiben, wird aber nicht zum Nachweis einer organisatorischen Zulassung. Dieser Unterschied ist besonders relevant, wenn Familien erst nach den schriftlichen Terminen auf das Verfahren aufmerksam werden.
Schriftliche Arbeit und mündlichen Unterricht getrennt betrachten
Der Flyer beschreibt den schriftlichen Teil an der Grundschule mit 45 Minuten pro Fach. Der mündliche Teil findet am Standortgymnasium statt und umfasst jeweils eine Unterrichtsstunde Deutsch und Mathematik, ebenfalls mit 45 Minuten pro Fach. Er setzt laut Flyer die Teilnahme an beiden schriftlichen Teilen voraus. Eine mündliche Vorbereitung allein ersetzt deshalb keinen zuvor ausgelassenen schriftlichen Teil.
Die Eignungsfeststellungskommission führt den mündlichen Abschnitt durch, korrigiert und bewertet beide Teile und gibt eine Empfehlung für den weiteren Bildungsweg ab. Der Flyer beschreibt damit Aufgaben der Kommission, nennt aber keinen Punktewert als Aufnahmeschwelle. Eine aus Trainingsaufgaben gebildete Prozentzahl kann diese schulische Auswertung nicht vorwegnehmen.
Für den noch bevorstehenden Novembertermin richtet ihr die Vorbereitung an der tatsächlichen Einladung aus. Lest Ort, Treffpunkt, Beginn und Materialien sorgfältig. Stellt praktische Rückfragen, wenn eine Angabe fehlt. Die allgemeine Bezeichnung Standortgymnasium benennt nicht von selbst das Gebäude für euer Kind. Die genaue Reihenfolge am jeweiligen Standort kennen nur die Schulen. Verbindliche organisatorische Angaben kommen von den zuständigen schulischen Stellen.
Die Kompetenzanforderungen als Lernorientierung nutzen
Die amtlichen Kompetenzanforderungen für Deutsch und Mathematik beziehen beide Verfahrensteile auf ausgewählte Kompetenzen des Endniveaus von Schuljahrgang vier. Die inhaltsbezogenen Kompetenzen des Endniveaus von Schuljahrgang zwei werden vorausgesetzt. Daraus ergibt sich eine fachliche Orientierung, aber kein vorab bekanntes Aufgabenheft.
Für Deutsch führen die Kompetenzanforderungen unter anderem Sprechen und Zuhören, Textarbeit, Schreiben sowie Sprache und Rechtschreibung auf. Für Mathematik nennen sie Zahlen und Operationen, Größen, Raum und Form sowie den Umgang mit Daten und einfachen Zufallssituationen. Hinzu kommen prozessbezogene Tätigkeiten wie Begründen, Darstellen und Prüfen eines Lösungswegs.
Nutzt diese Bereiche, um beobachtete Lernschwierigkeiten genauer zu benennen. „Mathe klappt noch nicht“ kann vieles bedeuten: Das Kind versteht eine Tabelle nicht, verwechselt Einheiten oder kann einen richtigen Weg nicht erklären. Für jede dieser Beobachtungen bietet sich eine andere Übung an. Eine vollständige Wiederholung aller denkbaren Grundschulthemen vor dem Novembertermin wäre kein sinnvoller Ersatz für die gezielte Arbeit an den tatsächlich unsicheren Schritten.
Deutsch mündlich: Zuhören und begründet antworten
Beginnt mit einer eigenen kleinen Gesprächsaufgabe. Zwei Kinder möchten denselben Tisch für unterschiedliche Projekte nutzen. Eines benötigt Platz zum Zeichnen, das andere möchte Karten sortieren. Euer Kind fasst beide Anliegen zusammen und schlägt eine Lösung vor. Es erklärt, wie diese Lösung die unterschiedlichen Bedürfnisse berücksichtigt. Eine feste Musterantwort gibt es dafür nicht.
Danach fügt ihr eine neue Information hinzu: Der Tisch steht nur zwanzig Minuten zur Verfügung. Das Kind prüft seinen Vorschlag erneut. Muss etwas verändert werden? Kann es einen Ablauf beschreiben? Diese Erweiterung trainiert das aufmerksame Zuhören und den Umgang mit zusätzlichen Angaben. Ihr beobachtet, ob das Kind die neue Bedingung tatsächlich aufgreift.
Die Kompetenzanforderungen nennen Argumentieren, Zuhörstrategien und strukturierte Darstellung. Eure Gesprächssituation setzt diese Vorgaben in ein eigenes Beispiel um und ist kein Gesprächsfall des Standortgymnasiums. Achtet in der Rückmeldung auf verständliche Zusammenfassungen und begründete Vorschläge. Lautes Sprechen oder eine besonders schnelle Antwort sind keine amtlichen Bewertungskriterien.
Einen Lesetext erschließen und Aussagen sichtbar belegen
Ein kurzer Übungstext erzählt von einer Klasse, die eine Ausstellung vorbereitet. Am Montag werden Bilder ausgewählt, am Mittwoch hängen drei Kinder die Bilder auf. Ein Plakat entsteht erst am Donnerstag. Die Frage „Was erledigte die Klasse vor dem Aufhängen?“ lässt sich am Ablauf beantworten. Das Kind zeigt die passende Stelle, bevor es eine kurze Antwort formuliert.
Bei einer anderen Frage fehlt die Information: Wie viele Gäste kamen später zur Ausstellung? Der Text beschreibt keine Besucherzahl. Eine zuverlässige Bearbeitung benennt das Fehlende. Wenn das Kind eine plausible Zahl erfindet, fragt nach, welcher Satz sie belegt. So wird die Grenze zwischen Vorstellung und Textinformation verständlich, ohne die Antwort bloß als falsch abzuhaken.
Für zusätzliche Leseideen eignet sich der Ratgeber über KOMPASS-4-Deutschaufgaben. Das dort behandelte Verfahren gehört zu Baden-Württemberg. Nutzt solche Anregungen zur Methode; die Teilnahme- und Ablaufregeln für Sachsen-Anhalt ergeben sich aus den Unterlagen des Landes. Ergänzt bei einer neuen Übung genügend eigene Textinformationen, damit jede verlangte Antwort tatsächlich lösbar bleibt.
Schreiben und Sprachbetrachtung an einem eigenen Text üben
Lasst das Kind eine kurze Nachricht verfassen: Ein Schulprojekt wurde verschoben, und eine andere Person soll den neuen Plan verstehen. Gebt dafür alle nötigen Angaben vor, beispielsweise Tag, Ort und benötigtes Material. Nach dem Schreiben prüft ihr gemeinsam, ob eine Person ohne Vorwissen weiß, was sie tun soll. Unvollständige Angaben werden ergänzt, bevor ihr kleinere sprachliche Stellen besprecht.
Eine zweite Runde gilt der Satzgestaltung. Das Kind markiert in zwei ausgewählten Sätzen Subjekt und Prädikat oder erklärt, welche Form eine Handlung in der Vergangenheit ausdrückt. Ihr könnt einen Satz umstellen und vergleichen, ob sein Sinn erhalten bleibt. Verwendet die Begriffe so, wie das Kind sie im Unterricht gelernt hat; bei Unsicherheit wird eine passende Erklärung hinzugezogen.
Diese Übung verbindet verständliches Schreiben mit bewusster Sprachprüfung. Die amtlichen Kompetenzanforderungen geben dafür fachliche Bereiche vor, aber kein verpflichtendes Trainingsformat. Eine gelungene Nachricht sagt folglich nichts darüber aus, welchen Text das Kind im Verfahren bearbeitet. Sie zeigt euch, welche Arbeitsschritte es bereits selbstständig ausführen und erläutern kann.
Mathematik erklären: Mehrere Wege an einem Zahlenfall vergleichen
Für ein selbst entwickeltes Zahlenbeispiel werden sieben Päckchen mit jeweils acht Karten vorbereitet. Zusammen enthalten sie 56 Karten. Das Kind kann siebenmal acht rechnen oder fünfmal acht plus zweimal acht bilden. Beide Wege führen zum selben Ergebnis. Lasst es erklären, warum die Zerlegung genau dieselbe Menge beschreibt.
Anschließend zeigt ihr eine fehlerhafte Lösung: Jemand hat sieben plus acht gerechnet und 15 Karten angegeben. Das Kind untersucht, welche Bedeutung die beiden Zahlen haben. Sie stehen für Päckchenanzahl und Karten pro Päckchen, nicht für zwei getrennte Kartenvorräte. Eine Skizze mit sieben Gruppen macht den Unterschied zwischen Addition und Multiplikation sichtbar.
Eine dritte Variante benötigt 60 Karten. Es fehlen vier Karten. Das Kind kann die Differenz durch Subtraktion oder durch Ergänzen von 56 auf 60 bestimmen. Zusätzliche methodische Unterstützung findet ihr bei den KOMPASS-4-Matheaufgaben. Diese Beispiele stammen aus einem anderen Bundesland und ergänzen das Grundlagentraining. Für den aktuellen Durchgang in Sachsen-Anhalt ergeben sich daraus keine neue Stoffvorgabe, Zeitgrenze oder Erfolgsschwelle.
Raum, Größen und Daten ohne vorschnelle Schlussfolgerung bearbeiten
Zeichnet einen einfachen Lageplan mit vier Stationen. Ein beschriebener Weg führt zuerst zur Bibliothek, danach zum Garten und zuletzt zum Eingang. Das Kind zeichnet diesen Weg und erklärt die Reihenfolge. Fragt anschließend nach einer anderen Verbindung, die unter euren Modellannahmen kürzer ist. Die zweite Frage verlangt eine neue Betrachtung, keine bloße Wiederholung der ersten Antwort.
Ein Größenfall setzt zwei Bänder von 75 und 50 Zentimetern zusammen. Die Gesamtlänge beträgt 125 Zentimeter, also einen Meter und 25 Zentimeter. Bei einer neuen Aufgabe werden von dieser Länge 30 Zentimeter entfernt. Es bleiben 95 Zentimeter. Das Kind benennt die Einheit bei jedem Ergebnis und prüft, ob die Antwort ungefähr zur Ausgangslänge passt.
Für Daten zeichnet ihr schließlich ein Balkendiagramm mit vier eindeutig beschrifteten Werten. Das Kind bestimmt den höchsten Wert und vergleicht zwei Balken rechnerisch. Eine Frage nach einer nicht dargestellten fünften Gruppe ist nicht beantwortbar. Diese selbst entworfenen Beispiele ermöglichen gezielte Arbeit an Raumvorstellung, Größen und Daten. Welches Diagramm oder welcher Plan im Verfahren vorkommt, sagen sie nicht voraus.
Die verbleibende Zeit bis November ruhig organisieren
Wenn die Teilnahme für den aktuellen Durchgang bestätigt ist, könnt ihr den noch bevorstehenden mündlichen Abschnitt mit kurzen wechselnden Lernrunden vorbereiten. Eine Runde verbindet Zuhören und Zusammenfassen, eine andere Rechnen und Erklären. In einer dritten arbeitet das Kind an einem Lesetext. Der Schwerpunkt ergibt sich aus beobachteten Schwierigkeiten und aus den tatsächlichen schulischen Hinweisen.
Lasst nach jeder Runde das Kind selbst einen Fortschritt beschreiben. Vielleicht findet es Textstellen schneller oder merkt, wann eine Angabe fehlt. Ergänzt eine konkrete nächste Aufgabe. Vermeidet eine private Gesamtnote für seine Eignung. Das Üben soll verständliche Arbeitsweisen festigen und keine schulische Empfehlung simulieren. Die Zahl bearbeiteter Seiten allein zeigt noch nicht, ob das Kind Zusammenhänge erklären kann.
Eine ruhig geführte Unterlagenmappe hilft daneben bei der Organisation. Darin liegen Einladung, Kontaktdaten und eure notierten Rückfragen. Geht den Weg zum Standort und die Tagesplanung anhand der bestätigten Informationen durch. Materialien aus dem Flyer sind eine allgemeine Orientierung; prüft die konkrete Mitteilung für den jeweiligen Teil. Eine allgemeine Nachholmöglichkeit oder neue Termine ergeben sich daraus nicht.
Rückmeldungen besprechen und offene Rechtsfragen korrekt lassen
Nach der schulischen Auswertung interessiert, welche Beobachtungen und welche Empfehlung der Familie tatsächlich mitgeteilt werden. Fragt nach verständlichen Erläuterungen, wenn eine Aussage unklar bleibt. Eure eigenen Lernnotizen können das Gespräch unterstützen: Welche Methoden wurden geübt, was fiel dem Kind leicht und wo braucht es weitere Hilfe? Sie sind jedoch keine Ersatzbewertung der Kommission.
Der Ratgeber KOMPASS 4: Ablauf und Vorbereitung bietet einen Vergleich mit einer weiteren Form schulischer Orientierung. Die dortigen Aufnahmebedingungen betreffen Baden-Württemberg und haben für Sachsen-Anhalt keine automatische Wirkung. Ein solcher Vergleich kann Unterschiede sichtbar machen; die persönliche Schullaufbahn wird weiterhin mit den zuständigen Schulen besprochen.
Zu Bindungswirkung, Wiederholungsregeln oder einer festen Punkteschwelle gibt es keine gesicherten allgemeinen Angaben; sie lassen sich aus Flyer und Kompetenzanforderungen nicht herleiten. Wenn gerade eine solche Rechtsfrage für euer Kind entscheidend wird, lasst euch von der zuständigen Stelle die aktuelle Regel und ihre Anwendung auf den konkreten Fall mitteilen.