
Der Potenzialtest in Baden-Württemberg kann für den Gymnasialzugang nach Klasse vier wichtig werden, wenn weder Kompass 4 noch die pädagogische Gesamtwürdigung zum Gymnasialwunsch der Eltern passen. Zuerst solltest du mit der Grundschule klären, welchen Weg die Rückmeldung für dein Kind eröffnet. Der Potenzialtest Baden-Württemberg bietet ergänzende Übungen; er ist kein amtliches Testangebot und bestimmt keine Aufnahmeentscheidung.
Dieser Ratgeber richtet sich vor allem an Eltern und andere Bezugspersonen. Er erklärt das Verfahren und zeigt, wie ihr passende Grundlagen ruhig wiederholen könnt. Die Beispiele sind selbst entwickelte Lernaufgaben. Sie bilden keine echten Testfragen ab und erlauben keine Vorhersage des Ergebnisses. Euer Kind braucht neben Orientierung auch freie Zeit und das Gefühl, Fragen stellen zu dürfen.
Fit für deinen Einstellungstest?
Vier Aufgabentypen, die den meisten Bewerbern Probleme bereiten. Löse sie in Ruhe — die Lösungen siehst du erst, wenn du die Auswertung anzeigst.
Matrizen
Große Matrix vervollständigen
Welche Figur (A–H) vervollständigt die Matrix?
Zahlenreihen
Wechselreihe fortsetzen
Welche Zahl setzt die Reihe fort?
7 · 100 · 10 · 92 · 16 · 76 · 28 · ?
Räumliches Denken
Würfelnetz zuordnen
Welcher Würfel lässt sich aus dem abgebildeten Netz falten?
Textaufgabe
Mehrstufige Rechenaufgabe
Ein Wasserbehälter wird von Pumpe A allein in 6 Stunden gefüllt, von Pumpe B allein in 4 Stunden. Beide starten gleichzeitig. Nach 1,5 Stunden fällt Pumpe A aus, Pumpe B läuft weiter. Wie lange dauert es insgesamt, bis der Behälter voll ist?
0 von 4 Aufgaben beantwortet
NAVi 4, Kompass 4 und Potenzialtest im Zusammenhang betrachten
Das Kultusministerium ordnet den Potenzialtest in das Aufnahmeverfahren NAVi 4 BW ein. Für die Gymnasialanmeldung müssen zum Elternwunsch entweder das Kompass-4-Ergebnis oder die pädagogische Gesamtwürdigung der Klassenkonferenz passen. Fehlt beides, eröffnet der Potenzialtest eine weitere Prüfung des Zugangs. Er ist damit keine zusätzliche Pflichtprüfung für alle Viertklässlerinnen und Viertklässler.
Sammelt zunächst die Rückmeldung der Grundschule und die Informationen zum gewählten Bildungsweg. Besprecht mit der Lehrkraft, welche Angaben für eure Situation maßgeblich sind. Eine Rückmeldung über schulische Leistungen, eine Empfehlung für einen Bildungsweg und ein Wunsch der Familie beantworten unterschiedliche Fragen. Ihre Verbindung sollte aus dem tatsächlichen Verfahren hervorgehen, nicht aus einer verkürzten Erzählung anderer Eltern.
Der Überblick zu Kompass 4 kann euch bei der Orientierung zu dieser Kompetenzmessung unterstützen. Verwechselt deren Rahmen jedoch nicht mit dem Potenzialtest. Die Verfahren haben einen Zusammenhang beim Übergang, dadurch werden ihre Aufgaben und organisatorischen Vorgaben nicht automatisch identisch.
Erklärt eurem Kind den nächsten Schritt mit wenigen Worten. Ihr könnt sagen, dass ihr mit der Schule klärt, wie der Übergang organisiert wird und ob ein weiterer Termin gebraucht wird. Vermeidet Aussagen, die den Test zum Urteil über alle Fähigkeiten machen. Für die Familie ist zunächst wichtig, eine informierte und für das Kind nachvollziehbare Entscheidung zu treffen.
Anmeldung und Termine eindeutig einem Schuljahr zuordnen
Für das Schuljahr 2026/2027 nennt das Kultusministerium die Anmeldung zum Potenzialtest am 6. Februar sowie vom 8. bis 10. Februar 2027. Als Haupttermin ist der 23. Februar 2027, als Nachtermin der 2. März 2027 angegeben. Diese Daten gehören zu diesem Durchgang. Übertragt sie nicht ungeprüft auf ein anderes Schuljahr.
Das Anmeldeformular kommt laut Ministerium über die Grundschule. Die Anmeldung ist am zugewiesenen öffentlichen Gymnasium oder alternativ an einem staatlich anerkannten Gymnasium in freier Trägerschaft möglich, sofern dieses den Test anbietet. Kontrolliert bei der konkreten Schule, welche organisatorischen Hinweise für euren Termin gelten. Eine Kalendernotiz ersetzt keine bestätigte Anmeldung.
Legt eine kleine Unterlagenmappe an. Darin sammelt ihr Formular, Kontaktinformationen und die Rückmeldung der durchführenden Schule. Haltet den Ort und gegebenenfalls erhaltene Hinweise zur Ankunft schriftlich fest. Falls ihr den Nachtermin benötigt, fragt nach dem dafür vorgesehenen Verfahren. Der bloße Eintrag eines Nachtermins belegt keine freie Wahl zwischen beiden Tagen.
Plant auch eure eigenen Arbeitsschritte: Wann lest ihr das Formular gemeinsam? Wann klärt ihr eine noch offene Frage? Wann prüft ihr die Anfahrt? Solche privaten Erinnerungen können deutlich vor dem amtlichen Termin liegen. Sie helfen beim Organisieren, ohne die Schule mit erfundenen Fristen oder Anforderungen zu verbinden.
Fachliche Aufgaben und logisches Denken getrennt einordnen
Nach den Angaben des Kultusministeriums besteht der Potenzialtest aus einem fachlichen und einem überfachlichen Teil. Deutsch umfasst Leseverständnis, Rechtschreiben und Sprachgebrauch; Mathematik betrifft Zahlen, Raum, Größen und Daten. Der überfachliche Teil betrachtet logisches Denken. Daraus ergibt sich nur, welche Bereiche geprüft werden, nicht aber eine Aufgabenanzahl oder Bearbeitungsdauer.
Für eure Vorbereitung bedeutet das: Prüft zuerst, wo euer Kind im Unterricht Unterstützung braucht. Eine lange Liste von Themen ist noch kein Lernplan. Lasst euch nach Möglichkeit von der Grundschule einordnen, welche Grundlagen bereits sicher sind und welche gerade weiterentwickelt werden. So könnt ihr eine überschaubare Auswahl treffen.
Für eine einzelne Lernrunde genügt ein klarer Schwerpunkt. Wenn heute ein kurzer Lesetext ansteht, müsst ihr danach nicht sämtliche Rechenarten anschließen. Manche Aufgaben verbinden mehrere Fähigkeiten; dennoch sollte für das Kind erkennbar bleiben, worauf es achten soll. Ein verständliches Lernziel hilft euch auch, angemessen Rückmeldung zu geben.
Trennt dabei Übungsformat und amtliche Testregel. Ihr könnt zu Hause eine Aufgabe gemeinsam besprechen und ein Ergebnis verändern. Ob im Test ein bestimmtes Hilfsmittel benutzt werden darf oder eine Aufgabe später erneut aufgerufen werden kann, erfahrt ihr aus den aktuellen Vorgaben der Schule. Eine private Gewohnheit beweist keine solche Erlaubnis.
Lesen mit einem kurzen Text und begründeten Antworten üben
Ein selbst erfundener Lesefall lautet: „Mira legt am Nachmittag drei Bücher bereit. Das Buch mit Tiergeschichten möchte sie ihrer Freundin zeigen. Das Sachbuch bleibt auf dem Tisch. Über das dritte Buch sagt der Text nichts.“ Fragt zuerst nach einer ausdrücklich genannten Information. Danach könnt ihr fragen, welche Aussage anhand des Textes offenbleibt.
Eine passende Antwort auf die Frage nach dem dritten Buch lautet nicht „Es handelt von Abenteuern“, sondern „Das wissen wir aus diesem Text nicht“. Diese Unterscheidung lässt sich ohne Zeitdruck üben. Das Kind lernt, zwischen einer Textangabe und einer eigenen Vorstellung zu unterscheiden. Beides kann interessant sein, erfüllt aber unterschiedliche Aufgaben.
Lasst euer Kind eine Antwort mit einer Textstelle erklären. Wenn das schwerfällt, sucht gemeinsam nach dem betreffenden Satz. Ihr könnt auch eine eigene falsche Antwort anbieten und prüfen lassen, warum sie nicht passt. Achtet darauf, dass die Situation spielerisch bleibt und das Kind euch widersprechen darf.
Der Ratgeber zu Deutschaufgaben bei Kompass 4 bietet weitere Orientierung zu Sprachgrundlagen. Dessen Aussagen über die Kompetenzmessung sind keine zusätzlichen Potenzialtestregeln. Für eure Wiederholung könnt ihr passende Lese- und Sprachübungen auswählen und anschließend prüfen, ob das Kind seinen Gedankengang verständlich erklären konnte.
Rechtschreibung und Sprachgebrauch in kleinen Zusammenhängen festigen
Eine kurze eigene Schreibaufgabe kann aus zwei Sätzen über einen Ausflug bestehen. Das Kind formuliert zuerst selbst und kontrolliert anschließend einen ausgewählten Punkt, beispielsweise Satzanfänge oder die Schreibung eines bekannten Wortes. Alle Fehler gleichzeitig zu bearbeiten macht die Rückmeldung unübersichtlich. Wählt lieber einen Schwerpunkt, den das Kind versteht und selbst überprüfen kann.
Bei einem schwierigen Wort könnt ihr fragen, welche bekannte Form oder welcher Zusammenhang helfen könnte. Lasst das Kind seinen Vorschlag ausprobieren und gemeinsam prüfen. Dabei geht es nicht darum, möglichst schnell eine Regel aufzusagen. Die Anwendung auf das tatsächliche Wort zeigt besser, ob die Überlegung hilfreich war.
Sprachgebrauch lässt sich auch mündlich üben. Beschreibt einen Gegenstand einmal ungenau und einmal mit zwei passenden Merkmalen. Vergleicht, welche Beschreibung leichter verständlich ist. Oder verändert einen kurzen Satz und besprecht, wie sich seine Bedeutung verschiebt. Dafür braucht ihr keine umfangreiche Sammlung von Fachbegriffen.
Beendet die Einheit mit einem gelungenen Beispiel. Ihr könnt festhalten, welche Kontrollfrage heute geholfen hat. Das Kind soll daraus einen nächsten Handlungsschritt mitnehmen, etwa „Ich lese meinen Satz noch einmal vollständig“. Eine Fehlerliste ohne Erklärung ist dafür weniger nützlich. Vermeidet außerdem, aus einer einzelnen Schreibübung auf eine künftige Schulentscheidung zu schließen.
Rechnen, Größen und geometrische Vorstellungen anschaulich wiederholen
Für eine eigene Rechenaufgabe legt ihr fünf gleich große Gruppen mit je vier Spielsteinen aus. Insgesamt sind das 20 Steine. Fragt danach, was sich verändert, wenn ihr die gleichen Steine anders gruppiert. Die Gesamtzahl bleibt erhalten, während die Anordnung anders aussehen kann. Lasst das Kind seine Beobachtung mit eigenen Worten erklären.
Bei Größen hilft ein klarer Alltagsbezug. Eine erfundene Zeichnung zeigt eine Strecke von 30 Zentimetern und eine weitere von 50 Zentimetern. Zusammen ergeben sie 80 Zentimeter. Erst danach könnt ihr nach der Darstellung in Metern fragen. Achtet darauf, dass die Einheit im Lösungsweg sichtbar bleibt und keine wirklichen Messwerte vorgetäuscht werden.
Geometrische Vorstellungen könnt ihr mit Papierformen besprechen. Beschreibt, woran ihr eine Form erkennt, oder zeichnet eine Figur nach einer einfachen Anleitung. Wird etwas gedreht, muss das Kind nicht sofort antworten. Eine eigene Skizze kann zeigen, wie es sich die Lage vorstellt. Zu Hause ist dieser Lösungsweg eine Lernhilfe, keine Aussage über zugelassene Testmaterialien.
Der Ratgeber zu Kompass-4-Matheaufgaben kann weitere grundlegende Rechenideen liefern. Ordnet dortige Verfahrenshinweise weiterhin der Kompetenzmessung zu. Prüft bei jeder neuen Übung, ob die Aufgabe zum aktuellen Lernstand passt. Ein richtig verstandener Zusammenhang ist für eure Wiederholung aussagekräftiger als eine große Menge schnell abgearbeiteter Zahlen.
Logische Muster mit Erklärungen statt bloßen Treffern erkunden
Eine selbst entwickelte Folge lautet: Kreis, Quadrat, Kreis, Quadrat. Fragt, welches Zeichen nach der naheliegenden Wiederholungsregel kommt und warum. Anschließend könnt ihr die Regel verändern, beispielsweise zwei Kreise und ein Quadrat wiederholen. Das Kind sollte zuerst beschreiben dürfen, was es sieht, bevor es eine Antwort festlegt.
Bei einer Zahlenfolge wie 3, 6, 9, 12 ist „immer drei mehr“ eine einfache mögliche Regel. Sprecht ausdrücklich darüber, dass die gewählte Regel aus den gegebenen Angaben begründet werden muss. In anderen Aufgaben können zusätzliche Angaben eine Rolle spielen. Ein vertrautes Muster ist deshalb kein Anlass, die Anleitung nicht mehr zu lesen.
Eine weitere Übung verwendet eine Zuordnung: Alle roten Karten liegen in einer Schachtel; eine blaue Karte liegt auf dem Tisch. Ob noch andere Karten auf dem Tisch liegen, ist damit nicht entschieden. Ihr könnt passende Karten hinzulegen und ausprobieren, welche Situation mit den Aussagen vereinbar ist. Solche kleinen Fälle machen abstrakte Unterschiede anschaulicher.
Gebt Rückmeldung zum Lösungsweg: Hat das Kind die Angaben aufmerksam betrachtet? Kann es seine Regel erklären? Hat es eine Unsicherheit bemerkt? Eine private Anzahl richtiger Antworten wird nicht zum amtlichen Bestehenswert. Vermeidet Ranglisten zwischen Geschwistern oder Mitschülerinnen und Mitschülern. Ihr arbeitet an einem verständlichen Vorgehen, nicht an einer allgemeinen Bewertung des Kindes.
Unterstützungsbedarf rechtzeitig mit den Schulen besprechen
Für den Potenzialtest gelten laut Kultusministerium die allgemeinen Bestimmungen zum Nachteilsausgleich. Die Grundschule kann bereits gewährte Maßnahmen auf Wunsch bescheinigen, damit sie bei der Anmeldung vorgelegt werden. Ein Notenschutz wird beim Potenzialtest nicht gewährt. Klärt eure konkrete Situation rechtzeitig mit Grundschule und durchführendem Gymnasium.
Dieser Ratgeber entscheidet keine individuelle Maßnahme. Notiert für das Gespräch, welche Unterstützung im Unterricht bisher besteht und welche Dokumente die Schule dafür benötigt. Die genaue Umsetzung muss aus den zuständigen schulischen Informationen hervorgehen. Eine Diagnose oder eine Erzählung aus einer anderen Familie ersetzt diese Abstimmung nicht.
Sprecht mit eurem Kind verständlich darüber, warum ihr organisatorische Fragen klärt. Es muss keine vertraulichen Unterlagen selbst erklären oder sich gegenüber anderen Kindern rechtfertigen. Für eure private Planung genügt ein knapper Vermerk zum nächsten Kontakt. Persönliche Einzelheiten sollten nur auf den von der Schule vorgesehenen Wegen weitergegeben werden.
Der Ratgeber zum Kompass-4-Ergebnis und Gymnasialzugang kann die Rückmeldungsfrage ergänzen. Nehmt konkrete Unklarheiten aus der Lektüre mit ins Schulgespräch. Verbindet Hilfen jedoch nicht mit einem Versprechen über das Testergebnis. Ihr könnt Voraussetzungen zum Arbeiten klären, ohne eine Aufnahmeentscheidung vorwegzunehmen.
Übungszeit begrenzen und den Termin ruhig vorbereiten
Vereinbart kurze, überschaubare Lernrunden. Als eigener Vorschlag kann eine Runde aus einer Aufgabe, einer Besprechung und einer kleinen Wiederholung bestehen. Legt vorher fest, wann ihr aufhört. Wenn das Kind müde ist oder sich stark ärgert, muss die Menge nicht weiter steigen. Ein verlässliches Ende hilft euch, Lernen im Alltag einzuordnen.
Fragt am Schluss, welcher Schritt heute geholfen hat und wo noch eine Frage offen ist. Manchmal reicht diese Rückmeldung, um die nächste Runde sinnvoll zu wählen. Ihr müsst nicht jeden Tag ein neues Themenpaket beginnen. Wiederholt einen verstandenen Lösungsweg mit einem anderen kleinen Beispiel, statt bloß die gleiche Antwort auswendig lernen zu lassen.
Vor dem Termin kontrollieren Erwachsene anhand der Schulmitteilung Ort, Uhrzeit und benötigte Dinge. Besprecht die Anreise in wenigen klaren Schritten. Neue schwere Aufgaben unmittelbar davor sind kein notwendiger Bestandteil dieses Vorschlags. Haltet den übrigen Tagesablauf möglichst verständlich und lasst Raum für Schlaf, Essen und andere vertraute Aktivitäten.
Nach dem Test könnt ihr zunächst zuhören, ohne jede erinnerte Aufgabe auszuwerten. Laut Kultusministerium erfolgt die Korrektur am Gymnasium nach einheitlichen Maßstäben; das Ergebnis wird dort abgeholt oder auf Wunsch postalisch übermittelt. Klärt anschließend mit der Schule, welche weiteren Schritte sich für euren Bildungsweg ergeben. Ein vermutetes Ergebnis aus einem Gespräch mit anderen Familien ist keine verlässliche Rückmeldung.